Am 7. Oktober 2025 unternahm der Geschichte-Leistungskurs von Herrn Haring eine Exkursion nach Münster, um das Landesarchiv NRW – Abteilung Münster – und das Stadtmuseum zu besuchen. Begleitet wurde der Kurs von Frau Kohlgrüber.
Im Landesarchiv erhielten die Schüler:innen durch den Archivpädagogen Herrn Daniel Peitz eine kurze Einführung in das Landesarchiv. Dabei wurden zentrale Themen wie die Aufgaben und Bestände des Archivs vorgestellt. Die Bestände reichen von den ältesten Dokumenten vor 1803 bis hin zu Unterlagen des Landes NRW ab 1946. Außerdem wurde erklärt, warum auch Fälschungen aufbewahrt werden und was ein Dokument „archivwürdig“ macht. Nach der kurzen theoretischen Einführung führte Herr Peitz den Leistungskurs in das Innere des Archivs, dorthin, wo die Archivalien aufbewahrt werden.
Im Anschluss bekamen die Schüler:innen die Gelegenheit, Geschichte an Originaldokumenten zu „begreifen“. Herr Peitz hatte für das Thema „Westfalen unter Napoleon“ Originaldokumente (z.B. eine Ausgabe des Code Civil aus dem Jahr 1808, …) aus dem Archiv geholt. Mit Hilfe kleiner Aufgaben arbeiteten die Schüler:innen aus den Dokumenten wichtige Informationen aus dieser Zeit heraus und übten sich dabei im Transkribieren alter Schriften der Napoleonischen Zeit.
Am Nachmittag folgte der Besuch des Stadtmuseums Münster, wo der Schwerpunkt auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges lag. In einer einstündigen Führung erfuhren die Schüler:innen, dass Münster kaum von den Kriegshandlungen betroffen war – unter anderem aufgrund der Stadtplanung und des Aufbaus der Stadt.
Besonders hervorgehoben wurde die Rolle Münsters bei den Friedensverhandlungen, die 1648 zum Westfälischen Frieden führten. Dieser beendete nicht nur den Dreißigjährigen, sondern auch den achtzigjährigen spanisch-niederländischen Krieg. Nach dem symbolischen „Osnabrücker Handschlag“ vom 6. August 1648 wurde der Frieden am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet, wodurch ein unbefristeter Frieden geschlossen wurde – ein historischer Schritt, da man sich „nur noch den Frieden schuldig“ war. Diese Regelung wurde später zur Grundlage moderner Friedensverhandlungen.
Die Exkursion bot somit wertvolle Einblicke in die praktische Arbeit im Archivwesen und in die bedeutende Rolle Münsters in der europäischen Geschichte.
(Johanna Bieber)






